Kleidung und Ausrüstung
Als Kleidung wird ein schwarzer Karate-Anzug (Do-Gi) getragen. Für Männer ist ein Tiefschutz Pflicht, sobald mit einem Partner trainiert wird. Weitere Ausrüstung ist am Anfang nicht erforderlich. Für das Training im Bereich Selbstverteidigung werden Übungswaffen verwendet.
Es besteht für Mitglieder die Möglichkeit, die Ausrüstung über den Verein zu erhalten. Der Dogi ("Gi") wird mit eingesticktem Logo des Vereins ausgeliefert.
Graduierung
Als Anfänger erhält man den weißen Gürtel. Nach erfolgreichen Studium der Techniken für den nächst höheren Rang gewährt der Meister (Sensei) dem Schüler (Deshi) die Möglichkeit, bei einer Prüfung einen Rang aufzusteigen. Die Schülergrade werden als „Kyu" bezeichnet und sind wie folgt eingeteilt:
Anfänger | 5. Kyu | 4. Kyu | 3. Kyu | 2. Kyu | 1. Kyu |
Anschließend folgen die Meistergrade, welche als „Dan“ bezeichnet werden.
Prüfungsvoraussetzungen
Ein Schüler erfragt sich niemals seine Prüfungszulassung. Tut er dies dennoch zeigt er dem Meister, dass er, der Schüler, eine wichtige, geistige Voraussetzung nicht erfüllt. Der Sensei bietet einem Schüler bei entsprechender Eignung die Möglichkeit zur Prüfung an. Der Prüfungstermin wird frühzeitig festgelegt und der Schüler wird nun speziell auf diese Prüfung vorbereitet.
Über die verschiedenen Verbände werden Lehrgänge angeboten. Abhängig vom geprüften Niveau müssen im Vorfeld vom Schüler bestimmte Lehrgänge auf nationaler und internationaler Ebene absolviert werden.
Der Verein KTK Nordeifel weicht in den Zulassungsvoraussetzungen für bestimmte Prüfungen von anderen Dojos ab.
Der Grüngurt (3.Kyu) stellt den Übergang vom Anfängerstadium zum Fortgeschrittenen dar. Entsprechend steigt auch das Anforderungsprofil an den Schüler. Um zur Grüngurtprüfung zugelassen zu werden, ist die Teilnahme an einem Stressbewältigungsseminar erforderlich.
Der Braungurt (1.Kyu) stellt einen Entwicklungsschritt vom höchsten Schülergrad zum Meister dar. Denn als Braungurt kann man zum „Sempai“ (Meisterschüler) ernannt werden. Der Sempai ist die rechte Hand des Sensei. Da mit dieser Stellung auch eine besondere Verantwortung übernommen wird, soll der Braungurtprüfling unter anderem einen „Erste-Hilfe-Kurs“ und persönlichkeitsbildende Seminare (Kommunikationstraining, etc.) absolviert haben.
Die Schwerpunkte in der technischen Ausbildung
Grundschule (Kihon)
Kihon stellt die Karate-Grundschule dar. Dort ist es nötig, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, damit Schwierigkeiten bei der Technikausführung erkannt und gelöst werden können. Im KTK beschäftigt sich die Kihon primär mit der Bewegungslehre sowie mit diversen Trainingsheiten im Bereich der Präzision und der Kraft. Die Disziplin beim Erlernen der Techniken fordert die Auseinandersetzung mit dem eigenen Charakter.
Wichtige Grundlagen der Kun-Tai-Ko Kihon sind unter anderem:
Dachi (Stellungen)
Tsuki (Stoßtechniken)
Barai (Blocktechniken)
Uchi (Schlagtechniken)
Empi-Uchi (Ellbogenschläge)
Uke (Verteidigung)
Geri (Beintechniken)
Fallschule
Das Fallen erfreut sich bei den Anfängern keiner großen Beliebtheit, denn es erfordert Selbstüberwindung. Das Prinzip aller Fallübungen ist, den Sturz für den eigenen Körper erträglicher zu machen, indem die Wucht des Falles auf den ganzen Körper verteilt wird.
Kata
Kata ist die stilisierte Form eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner und in allen Formen traditioneller asiatischer Kampfkünste vorzufinden. Durch die Kata wird die Beherrschung der Techniken sowie die innere Haltung geschult. Die wichtigsten Punkte der Kata sind:
Atmung
Ruhe
Gleichgewicht
Motorik
Rhythmus
Entschlossenheit
Wahrnehmung
Genauigkeit
Gelassenheit
One-Step (Ippon Kumite)
One-Step (Ippon Kumite) sind Partnerübungen, bei denen der Partner mit nur einer Technik angreift und eine festgelegte Kontertechnik angewandt werden muss (Angriff und Gegenangriff).
Folgende Punkte müssen bei der Ausführung der Technik beachtet werden:
saubere Ausführung
kraftvolle Ausführung
präzises Treffen
Atmung
Selbstverteidigung
In dem Bereich der Selbstverteidigung werden verschiedene Verteidigungstechniken gelehrt. Diese dienen zur Abwehr verschiedenster Attacken wie beispielsweise würgen, klammern, treten, schlagen und festhalten, aber auch zur Verteidigung gegen Angriffe mit Schlag-, Stich-, Hieb- und Schusswaffen.
Im Gegensatz zur Kihon (Grundschule), in der die Techniken exakt nach Vorgabe ausgeführt werden müssen, verfügt der Sensei in der Selbstverteidigung über die Möglichkeit, die Techniken beliebig anzupassen, zu ändern oder auch ein eigenes Selbstverteidigungsprogramm zu benutzen. So ist der Sensei in der Lage, auf die individuellen geistigen und körperlichen Voraussetzungen der Schüler einzugehen und die Techniken anzupassen.
Einen hohen Stellenwert bei der Selbstverteidigung liegt in der Kenntnis der menschlichen Anatomie und nutzbare Nervenpunkte.
Bruchtest (Tameshiwari)
Der Bruchtest ist im Kun-Tai-Ko das Zerschlagen von Brettern mit der Hand, dem Ellbogen oder dem Fuß. Prüfungsrelevant wird es ab der Prüfung zum 4. Kyu. Dort wird mit 1-3cm dicken Brettern begonnen. Mit steigender Graduierung steigen die Anforderungen an den Karateka .Tameshiwari ist eine Lernerfolgskontrolle für Schüler und Meister. Hier zeigt sich, ob die Techniken gelernt und der Geist gefestigt wurden.
Kuatsu (Kappo)
Die Kunst des Kuatsu ist mehrere Jahrhunderte alt und beruht auf die Stimulation von energetischen Punkten, die aus Akupunktur und Akupressur bekannt sind. Diese Kunst wird erst in recht hohen Graduierungen gelehrt. Kuatsu ersetzt keinen „Erste Hilfe-Kurs“.
Freikampf (Kumite)
Kumite ist eine Wettkampfform und stellt den Kampf zweier Gegner ohne vorherige Absprache der Techniken dar. Im Kun-Tai-Ko wird der Freikampf oftmals auch in Form des Kickboxens ausgetragen, weshalb viele KTK-Schulen auch Kickboxen in ihrem Basisprogramm anbieten. Prüfungsrelevant ist das Kumite ab der Prüfung zum 4. Kyu, in welchem ein dreiminütiger Kampf gegen einen 4. Kyu oder einen höher Graduierten stattfinden muss.
Prüfungsfreie Inhalte:
Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht prüfbar. Im Dojo Kun-Tai-Ko Simmerath hat die Entwicklung der geistigen und charakterlichen Züge der Schüler einen sehr hohen Stellenwert.
Neben der Möglichkeit, Seminaren beizuwohnen wird auch im Training selber auf die Philosophie des Karate und die damit verbundenen ethischen Gegebenheiten geachtet.
Meditation
Zu Beginn und am Ende jedes Trainings wird meditiert. Zu Beginn, damit man vom Alltag loslassen und sich geistig für das kommende Training frei machen kann. Zur Ruhe kommen. Am Ende des Trainings wird meditiert, um die Erfahrungen aus dem Training nachwirken zu lassen.
Ethik
Häufig wird „Dojokun“ gehalten. Dojokun ist die offene Diskussion über ethische Regeln. Der Sensei macht eine Aussage und bittet die Schüler, über deren Bedeutung für sie selber zu sprechen.
Fitness
Körperliche Betätigung hilft dem Körper nicht nur der der Abwehr von Erregern, sondern stärkt ihn auch im Umgang mit den Alltagsbelastungen, allen voran negativem Stress. Das Training bei KTK Nordeifel ist so ausgelegt, dass die Schüler gefordert, aber nicht überfordert werden. Mit Gymnastik wird die für die Karate-Techniken erforderliche Beweglichkeit erreicht. Durch die ständige ganzheitliche Bewegung baut sich ein stützender Muskelapparat im Körper auf. Das Wohlbefinden, der Stoffwechsel und die Ausdauer steigen.